Krakau (das 1. Mal - 2011), Uncategorized

Warum darum Polnisch?

Gestern war ich wieder einmal mit Polen unterwegs. Ich erntete Begeisterung für meine Polnischkenntnisse und schmeichelhafte Bestätigungen meiner Intelligenz und meines Talents. Balsam für die Seele, wer mag das nicht.

Aber so sehr man mich bewunderte, so deutlich zeigte man mir auch, dass ich verrückt handle und meine jungen Jahre mit unnachvollziehbarem Inhalt fülle.

„Polnisch?“, fragte man mich. „Warum polnisch? Die Grammatik ist so schwer, die Aussprache unmöglich und besonders nett klingt’s auch nicht. Und es wird in gerade einmal einem Land gesprochen.“

Ich zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht genau“. Ich dachte also darüber nach, denn ich weiß noch, wie ich mich am Anfang an das ganze Gezischel überhaupt nicht gewöhnen konnte. Noch am 25.10. schreibe ich: „Mit der Sprache habe ich mich noch nicht anfreunden können“ und auch Anfang November spreche ich mehr unter Zwang. Und den legendären „Klick“ hatte ich am 08.12., ich zitiere: „Heute zwischen 1 und 2 bekam ich plötzlich eine unglaubliche Motivation polnisch zu lernen und stürze mich jetzt eifrig auf meine Vokabeln. Ob das heißt, dass ich richtig angekommen bin?“

Aber je mehr ich dachte, desto weniger machte all das Sinn. Grammatik? Masakra! Aussprache? Masakra! Schreiben? O, Boże!

„Wahrscheinlich reizt mich die Herausforderung“, mutmaßte ich. „Kann das ein Grund für all die Mühe sein?“, fragte man mich.

Mir blieb nichts anderes übrig, als wieder mit den Schultern zu zucken. „Ich mag die Sprache. Keine Ahnung warum. Hab mich einfach so verliebt. Und wie das halt so ist mit der Liebe – das ist eine Sache des Herzens und nicht des Verstandes, da kann man wenig machen, außer die Liebe zu pflegen.“

Es wundert wohl keinen, dass die Polen mich daraufhin anstrahlten und noch eine Runde bestellten.

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