Schubladendenken: der Balkan als Erfindung

[Read this text in English] „Ich kann es nicht mehr ertragen“, fluchte eine Freundin. „Dieses ständige Bedürfnis, uns hier als den Balkan abzustempeln.“ Und sie klagt zurecht: er ist irgendwie in aller Munde und irgendwie auch gar nicht – der Balkan. Der Begriff ruft Erinnerungen an die Balkan-Kriege hervor, nicht selten wird er als Synonym …

What’s in a name? Februar 2019 Update aus (Nord-) Mazedonien

[Read the Update in English] Vor einigen Wochen verlegte ich meinen Wohnort übergangsweise – wieder einmal – in die Republik Mazedonien, oder die „ehemals jugoslawische Republik Mazedonien“, wie das Land im allgemeinen internationalen Sprachgebrauch geführt wurde. In einigen Tagen packe ich meine Siebensachen und reise aus Nordmazedonien zurück in die EU. Habe ich zwischendrin das …

EU-Kritik: Menschenrechte, das Klima und Weltwirtschaft

Im Herbst war ich von der Europäischen Kommission zu den „EU Trade Policy Days“ eingeladen. Die Kommission organisiert regelmäßig solche Veranstaltungen, die Expert*innen und Interessierte des Themas in einen Austausch bringen sollen. Üblicherweise gibt es dabei auch besondere Formate für junge Menschen, an dem ich teilnahm. Der Schwerpunkt dieses Jugendforums vor der eigentlichen Veranstaltung lag …

Zeit für neue Gesichter in den Deutsch-Polnischen Beziehungen

Wem an der Zukunft der deutsch-polnischen Beziehung gelegen ist, kommt um junge Menschen nicht mehr herum Es ist an der Zeit, neue Akteurinnen und Akteure in den deutsch-polnischen Beziehungen einzubinden, damit die Debatte wieder konstruktiv und zukunftsgerichtet geführt werden kann.

Ein europäisches Gedächtnis in Zeiten nationaler Erinnerung

Mit einem frisch verabschiedeten „Holocaust-Gesetz“ will die polnische Regierung ein einheitliches nationales Gedächtnis schaffen. Dabei wäre jetzt die Gelegenheit gemeinsam zu überlegen, wie ein europäisches Gedächtnis aussehen kann.

All in oder all out? Auf dem Balkan über Europa lernen.

Ich bin eine junge Deutsche, die sich aus freien Stücken dazu entschlossen hat, in Mazedonien zu leben. „Aber warum?!“ Ich höre diese Frage jedes Mal, wenn ich eine neue Bekanntschaft schließe. Die jungen Menschen, die ich treffe, wollen weg. Das Leben in Mazedonien strengt sie an, es nimmt ihnen ihre Energie und ihre Lebensfreude.

Von der (nationalen) Geschichte für die (europäische) Zukunft lernen

>>>You want to read this article in English? This way please. Ich bin immer vorsichtig, Vergleiche zwischen einem Nationalstaat Europas und der EU zu ziehen, vor allem wenn es sich bei diesem Staat um Deutschland dreht, das Land, das im europäischen Diskurs schon genug Missgunst auf sich zieht, weil seine Politikerinnen und Politiker zu dominant …

Über europäisches Miteinander

Der Grund, weshalb ich mich seit vielen Jahren für Europa engagiere, ist, dass ich Menschen mit meiner Leidenschaft einerseits und mit Argumenten andererseits für Europa begeistern möchte. Und dabei spreche ich ganz bewusst von Europa und nicht von der Europäischen Union und meine mit dem Einen auch nicht das Andere. Wenn ich von Europa spreche, …

Heimat in Europa

Neulich war ich abends auf eine Party eingeladen. Auf dieser Party waren knapp 30 Leute, die aus ungefähr 20 verschiedenen Ländern kamen. Man würde sie wohl intellektuelle Migrant*innen nennen: junge Erwachsene aus der ganzen Welt, die während oder nach des Studiums nach Deutschland gekommen sind und hier die Akademikerszene mit frischen Gedanken und Lebensfreude aufmischen. …